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UDI für Grundschulen

Die Richtlinien des bayerischen Staatsministeriums für Grundschulen sehen bezüglich des Themas Dialekt und Dialektgebrauch im Unterricht Folgendes vor: Die Kinder sollen die breiten Ausdrucksmöglichkeiten, die der Dialekt bietet, kennenlernen, dazu beispielsweise Gespräche im Dialekt führen, Abzählreime und Lieder in der Mundart kennenlernen und Unterschiede zwischen der hochdeutschen Standardsprache und dem Dialekt erfahren. In den beiden letzten Grundschuljahren sehen die Richtlinien zudem eine situationsbewußte Anwendung der beiden Sprachformen Dialekt und Standardsprache vor. Im Allgemeinen lautet der Tenor: mehr Dialekt in den Schulen! Gleichzeitig bekunden viele unterfränkische Grundschullehrer einen Mangel an (mundartlichen) Unterrichtsmaterialien, die sich im Speziellen auch auf Unterfranken und den unterfränkischen Dialekt beziehen und gleichzeitig aber auch großes Interesse an Schulbesuchen von Mitarbeitern des UDI.

Das Unterfränkische Dialektinstitut hat deshalb seine Arbeit mit Schulen auch auf jüngere Klassenstufen ausgeweitet und setzt sich jetzt auch intensiv mit dem Thema "Dialekt an Grundschulen" auseinander. Ziel ist zum einen die Erstellung einer ausführlichen Handreichung für Grundschullehrer zum Thema "Dialekt". Zum anderen soll erneut eine Reihe von Grundschulbesuchen zum Thema "Dialekt" durchgeführt werden. Bereits im Juni und Juli 2008 haben Maike Madera und Sebastian Schöbel in insgesamt 12 vierten Klassen in Unterfranken eine Unterrichtsstunde zum Thema "Dialekt" durchgeführt, in der es um sechs Themenbereiche geht: Was ist Dialekt? Wer spricht Dialekt? Wann spricht man Dialekt? Welche Dialekte gibt es? Was sind die unterfränkischen Dialektmerkmale? Wie kann man Dialekt erforschen? Ziel der Unterrichtsstunde ist es, die Schüler mit dem eigenen Dialekt vertraut zu machen und sie zum aktiven Dialektgebrauch zu ermutigen. Altersgerechte Materialen bringen den Kindern ihren eigenen Dialekt näher und stellen ihnen andere deutsche Dialekte vor. Gemeinsam mit den UDI-Mitarbeitern wird die Lesekompetenz von Dialekttexten geübt, der eigene Sprachgebrauch reflektiert und immer wieder in die Mundart und aus der Mundart übersetzt.

Einen Bericht ausführlichen über Grundschulbesuche im Sommer 2008 finden Sie in Ausgabe 16 unseres Sendbriefs.

Kindermund
Von süßen Onkeln...
Nach unserem Schulbesuch in Burgsinn, wo die Kinder zum Schluss sehen, dass man in Unterfranken zum Zuckerbonbon unter anderem Guts sagt, fragt uns eine Viertklässlerin: "Mein Onkel heißt Götz mit Nachnamen, hat das was mit dem Bonbon zu tun?" .
und von Verständigungsproblemen
Die kleine Sabrina (9 Jahre) aus Burkardroth kommt nach einem Schulbesuch auf die UDI-Mitarbeiterinnen zu und erzählt freudig, dass sie in den Sommerferien nach Italien in Urlaub fahre. Bedauernd fährt sie fort: "Aber in Italien kann ich mit dem Dialekt halt so gar nichts anfangen!"