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"Fränggische Spezialidäädn" - Über 800 Schüler beim Schülertag am UDI

"Dialekt und Werbung" war das Thema des dritten UDI-Schülertags, der am 13. und 14. März 2007 an der Uni Würzburg stattfand. Über 800 Schüler aus der achten Klasse und 40 Lehrerinnen und Lehrer von Realschulen und Gymnasien aus ganz Unterfranken nutzten die Gelegenheit, Interessantes über die Dialekte in Unterfranken und den Einsatz von Dialekt in der Werbung zu erfahren.

Begrüßt wurden die Schüler von Prof. Dr. Norbert Richard Wolf und dem stellvertretenden Bezirkstagspräsidenten Peter Heusinger, der in seinem Grußwort die Bedeutung des Dialekts als Ausdruck der Identifikation mit der eigenen Heimat hervorhob.

Nach einem Kurzvortrag zu den Dialekten in Unterfranken stellten die Schüler ihre Ergebnisse des Arbeitsauftrags zum Thema "Dialekt und Werbung" vor, den sie als Vorbereitung auf den Schülertag im Unterricht bearbeitet hatten. Viel Applaus gab es besonders für die Schülerinnen und Schüler, die einen Werbespot in ihren Heimatdialekt übersetzt hatten und diesen im voll besetzten Hörsaal vortrugen. Mit viel Phantasie und originellen Ideen gestalteten die Schüler auch dieses Jahr wieder Poster, auf denen sie für etwas Besonderes aus ihrer Heimat im Dialekt werben sollten. Die prämierten Poster sind auf der UDI-Homepage zu sehen, ebenso wie eine Auswahl von Schülertagsfotos.

Aber auch die Lehrer waren nicht untätig. Für sie fand zeitgleich ein Workshop statt, in dem sie die Handreichung zum Thema "Dialekt und Medien" diskutierten. Fachlich fundiert durch das UDI und didaktisch aufbereitet durch die im Schuldienst aktiven Lehrer bildet diese Handreichung einen konkreten Schritt zur Vernetzung von Universität und Schulen. Die Handreichung wird in Kürze zum Herunterladen auf der UDI-Homepage zur Verfügung stehen.

Zum Abschluss des Vormittagsprogramms boten Thomas Elsässer und Dominik Ziller von der R+S Werbeagentur in Karlstadt in ihrem kurzweiligen Vortrag einen Einblick in ihre Arbeit. Anhand zahlreicher Beispiele veranschaulichten sie, wie Dialekt in der Werbung eingesetzt wird, welche Funktionen er erfüllt und beantworteten geduldig die vielen Fragen der Schüler.

Nach dem Mittagessen in der Mensa durften die Schüler selbst als Forscher tätig werden. Mit dem Fragebogen "Wann spreche ich wie mit wem?" untersuchten sie den Dialektgebrauch ihrer Mitschüler.

Einen besonderen Programmpunkt gab es für die Schulklassen, die sich am von der Robert Bosch Stiftung geförderten Projekt "Fränki - Schüler in Unterfranken erforschen ihren Dialekt" beteiligen. Sie wählten per Abstimmung den für alle verbindlichen Fragebogen, mit dem sie in den kommenden Wochen in ihren Heimatorten Dialektforschung vor Ort betreiben werden. Außerdem stimmten sie über das künftige Fränki-Logo ab, das ab sofort als Zeichen für "Corporate Identity" vor allen Artikeln zum Fränki-Projekt zu sehen sein wird.

Neu im Nachmittagsprogramm war 2007 erstmals ein Lernzirkel zum Thema Dialekt. In der Aula des Philosophischen Instituts und in zwei Übungsräumen waren dazu 9 Stationen aufgebaut. Ziel der Stationen war es, die Schüler für das Thema Dialekt zu sensibilisieren und ihnen Aufgaben zu stellen, bei denen sie sich mit der Arbeit eines Dialektforschers auseinandersetzen sollen. So gab es zB zwei Hörstationen, bei denen es auf das richtige Einordnen von Dialekt und das korrekte Verschriftlichen von gehörtem Dialekt ankam. Auch Methodenkompetenz wurde trainiert, zB das richtige Kartenlesen zu erproben oder die Eignung von Informanten anhand von Kurzbiographien herauszufinden. Aber auch der Spaß kam nicht zu kurz, so sorgten Dialekträtsel für Heiterkeit und fröhliches Raten bei den Schülern.

Zum Abschluss des Schülertags kamen alle noch einmal im Plenum zusammen, wo Prof. Wolf die Ergebnisse des Forschungsauftrags zusammenfasste und interpretierte. Den Höhepunkt bildete die Bekanntgabe und Prämierung der Gewinner des Lernzirkels und der besten Werbeplakate.

Aufgrund der überaus erfreulichen Beteiligung verschiedener Sponsoren aus Unterfranken konnten wir wirklich tolle Preise vergeben: "Einen Tag als Chefredakteur" bei der Main-Post, einen Besuch in den Hörfunk- und Fernsehstudios des Bayerischen Rundfunks in Würzburg, eine Klassenladung Bionade, eine Führung bei der Firma König und Bauer in Würzburg, eine Führung durch die Abteilung "Fränkische Landeskunde" in der Universitätsbibliothek Würzburg, eine Klassenlektüre von der Würzburger Buchhandlung Schöningh, ein Buch für jeden aus einer Klasse aus dem Programm des Würzburger Echter-Verlags und eine Führung zum Thema "Wie entsteht ein Buch?" beim Arena-Verlag in Würzburg. Allen Sponsoren sei an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt!

Doch nicht nur die Schüler, auch die Lehrer gingen nicht mit leeren Händen nach Hause: Sie erhielten ein druckfrisches Exemplar des soeben erschienen "Kleinen Unterfränkischen Sprachatlas (KUSs)" für die Schulbibliothek.