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"Schuelkinner off Bsuch in de Unni"

Ganz im Zeichen des Theaters stand der diesjährige Schülertag des Unterfränkischen Dialektinstituts der Universität Würzburg. 600 Teilnehmer von Gymnasien aus ganz Unterfranken durften sich zwei Tage lang mit der Rolle des Dialekts auf der Bühne auseinandersetzen - sowohl zuschauend als auch mit eigenen Vorführungen. Den Theaterwettbewerb am 5. März entschied die Klasse 8b des Johannes-Butzbach-Gymnasiums aus Miltenberg mit ihrer Szene "Äppelwoi bleibt Äppelwoi", am 4. März gewann die Klasse 8c des Maria-Ward-Gymnasiums aus Aschaffenburg mit "Das Landei".

Zum vierten Mal hatte das Unterfränkische Dialektinstitut UDI zum Schülertag geladen; rund 600 Schüler mit ihren Lehrkräften waren der Einladung gefolgt, um sich zwei Tage lang intensiv mit dem Thema "Dialekt und Theater" auseinanderzusetzen. Nach der Begrüßung durch UDI-Projektleiter Professor Norbert Richard Wolf und Bezirksrat Martin Umscheid kamen im Max-Scheer-Hörsaal der Universität am Hubland erst einmal die Profis zum Zuge.

Die Theaterpädagogin Elisabeth Strauß erklärte die Rolle des Dialekts im Theater und zeigte zur Veranschaulichung Ausschnitte aus dem "Diener zweier Herren" von Carlo Goldoni - einer Produktion des Mainfrankentheaters aus der vergangenen Spielzeit. In diesem Commedia dell'arte-Stück hatte der Regisseur einige Schauspieler Hessisch, Schwäbisch oder Plattdeutsch sprechen lassen, um so das Wesen einzelner Figuren zu unterstreichen.

Dann kam die Stunde der Amateure: Denn im Mittelpunkt des Schülertages stand ein Theaterwettbewerb, für den jede Klasse eine fünfminütige Szene einstudiert hatte. Die Aufgabe der Schüler bestand darin, eine Konfliktsituation darzustellen und Dialekt passend zu den Figuren einzusetzen. Thematisch waren den Schülern keine Grenzen gesetzt, vorwiegend spielten sie "aus dem Leben gegriffene" Situationen, wobei der Dialekt gezielt zur Charakterisierung bestimmter Figuren eingesetzt wurde. Häufig entwickelte sich der Konflikt auch aus Missverständnissen zwischen Dialekt und Hochdeutsch sprechenden Personen, was oft zu komödiantischen Verwicklungen führte. Viele Szenen folgten zudem einer ausgefeilten Dramaturgie, und auch die verschiedenen Rollen waren meistens bis ins kleinste Detail originell ausgearbeitet.

Keine leichte Aufgabe für die Jurymitglieder Norbert Richard Wolf, Dr. Almut König und Dr. Monika Fritz-Scheuplein vom UDI, Elisabeth Strauß, Martin Umscheid, Denise Barkhau von Radio Gong und Markus Westphal vom Bayerischen Rundfunk, unter den vielen Ensembles die Gewinner zu ermitteln. "Eigentlich waren alle Darbietungen auszeichnungswürdig", so Wolf. Auch Elisabeth Strauß zeigte sich von den Vorstellungen so beeindruckt, dass sie die Schüler aufforderte, sich am Schul-Theaterwettbewerb des Mainfrankentheaters im Juli 2008 zu beteiligen.

Während die Jury beriet, durchliefen die Schüler einen Lernzirkel zum Thema Dialekt. An neun Stationen sollten sie unter anderem verschiedene Dialekte erkennen, Dialekt verschriftlichen, das richtige Lesen von Dialektkarten erproben, Dialekträtsel lösen und somit ihr Wissen über Dialekte und Dialektforschung erweitern. Eine Sonderaufgabe bekamen Schulklassen, die an dem Projekt "Fränki - Schüler in Unterfranken erforschen ihren Dialekt", das von der Robert Bosch Stiftung gefördert wird, teilnehmen. Per Abstimmung wählten sie den für alle Klassen verbindlichen Fragebogen, mit dem sie in der nächsten Zeit selbstständig Dialektforschung in ihren Heimatorten und -regionen betreiben werden.

Am Schluss verließen jede Menge Gewinner die Uni am Hubland. Schließlich hatten zahlreiche Firmen und Institutionen aus Unterfranken Sachpreise für die Schüler gespendet - angefangen bei drei Klassenladungen Bionade über Klassenlektüren der Buchhandlung Schöningh und vom Arena-Verlag bis zum Besuch im Vogel-Verlag, bei der Main-Post, beim Bayerischen Rundfunk, bei TV Touring und bei Radio Gong/Radio Charivari.