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"Dialekt und Film"

"And the Oscar goes to..."

Der diesjährige UDI-Schülertag am 16. und 17. März 2010 stand ganz im Zeichen des Films! Rund 400 Teilnehmer von 11 Gymnasien aus ganz Unterfranken setzten sich an zwei Tagen mit dem Einsatz von Dialekt in Filmen auseinander. Den Filmwettbewerb am 16. März gewann die Klasse 8a des Mädchenbildungswerks Gemünden mit "Die Schöne und die Franken", am 17. März setzte sich die Klasse 8c des Hermann-Staudinger-Gymnasiums Erlenbach mit ihrem Film "Dialekt zum Verlieben" durch.

Beide Gewinnerfilme zeichneten sich durch originelle Drehbücher und gute szenische Umsetzung aus. Der erste Film erzählt von einem verwöhnten "Stadt-Mädchen", aus reichem Elternhaus, das aufgrund verschiedener Eskapaden von den Eltern in ein ländliches Internat geschickt wird. Dort "prallen Welten aufeinander". Nach einigen Differenzen mit ihren neuen Mitschülern, u.a. wegen Verständigungsschwierigkeiten zwischen Dialekt und Hochsprache, freunden sich die Schüler am Ende doch noch an. "Dialekt zum Verlieben" handelt, wie der Titel schon erahnen lässt, von einem Schülerpärchen, das sich anfangs schämt einander anzusprechen, aus Angst, der Andere würde sie/ihn auslachen, da er/sie Dialekt spricht.

Nach der Begrüßung durch UDI- Projektleiter Norbert Richard Wolf und der stellvertretenden Bezirkstagspräsidentin Eva-Maria Linsenbreder lauschten die Schüler einem Vortrag von Christian Kelle von Radio Rimpar Television über das Thema "Wann passt Dialekt im Film?". Kelle ist auch der Regisseur sowie einer der Hauptdarsteller der lokalen Heimat-Krimi-Reihe "Dadord Würzburch". Er zeigte Filmausschnitte aus seiner Krimireihe und analysierte zusammen mit den Schülern, wann und warum die Protagonisten in einigen Filmszenen Dialekt verwenden und warum in anderen wiederum nicht.

Im Anschluss an diesen Vortrag gab es die, mit Spannung erwartete, Filmvorführung der teilnehmenden Klassen. Bei der Themenwahl ihres Films, waren den Klassen keine Grenzen gesetzt. Einzige Vorgaben waren, dass der Film nicht länger als fünf Minuten dauern und dass Dialekt vorkommen soll.

Die Ergebnisse der Dreharbeiten waren überwältigend. Im Mittelpunkt der Kurzfilme standen Themen, die Schüler im Alter von 15 Jahren bewegen. Die Themenspanne reichte von der ersten großen Liebe, über Verbrechensbekämpfung in den Heimatorten der Schüler, bis zu Verständigungsschwierigkeiten zwischen dialektsprechenden und nicht dialektsprechenden Personen. Die Gewinnerfilme zeichneten sich durch sehr gute schauspielerische Leistungen der Schüler wie durch kreativen Einsatz verschiedener technischer und filmischer Mittel aus. Es gab auch einige originelle Ideen, wie z.B. den Auftritt einer "Dialektexorzistin", die in einer Schule den ausschließlichen Gebrauch der Standardsprache durchsetzen wollte.

Am ersten Tag waren unter den Siegern auch die Klasse 8c des Deutschhaus-Gymnasium Würzburg mit "Grüezi! Ein Schweizer- Schüler in Deutschland", in dem es um die Ausgrenzung eines neuen Mitschülers aufgrund seines schweizerdeutschen Dialekt ging und die Klasse 8b des Celtis-Gymnasium in Schweinfurt mit dem Film "Haubtmo von Fuschd", einer fränkischen Anlehnung an den "Hauptmann von Köpenick".

Den zweiten Platz am darauf folgenden Tag belegte die Klasse 8b des Hermann-Staudinger-Gymnasium Erlenbach mit ihrem Musikvideo "Mir losse uns net hänge", einer Neuinterpretation des Queen- Hits "We will rock you". Auf dem Treppchen durften an diesem Tag auch das Johannes-Butzbach-Gymnasium Miltenberg mit ihrem Film "Blind Date" und die AG Dialekt des Spessart-Gymnasium Alzenau mit "Mischen Imbossibl- Die Unbeugsamen" stehen.

Auch die Jury fand, dass die Klassen erstaunlich kreativ in ihrer Filmerstellung waren, nachdem man bedenken muss, welchen zeitlichen Aufwand bereits ein fünfminütiger Kurzfilm beinhaltet. Von der Produktionsplanung (Erstellen eines Exposes, Schreiben des Drehbuchs, Casting), über den eigentlichen Dreh bis zur sehr aufwändigen Nachbearbeitung des erstellten Filmmaterials vergeht viel Zeit. Daher war es auch für die fünfköpfige Jury, die sich aus Prof. Norbert Richard Wolf, Prof. Dr. Wolf Peter Klein, dem neuen Lehrstuhlinhaber des Instituts für deutsche Sprachwissenschaft, Eva-Maria Linsenbreder, Christian Kelle und Thomas Schulz, medienpädagogisch-informationstechnischer Berater (MIB) der Volksschule Gerbrunn und Festivalleiter der Filmtage bayerischer Schulen in Gerbrunn, zusammensetzte, schwer die Sieger zu ermitteln.

Dank der Sponsoren Bionade, Radio Gong, Robert Bosch Stiftung, Bezirk Unterfranken, Universität Würzburg, Bayerischer Rundfunk, Radio Rimpar Television, Main-Post und Echter Verlag, die auch dieses Jahr die Durchführung des Schülertags wieder großzügig unterstützten, konnten an die Gewinnerklassen sehr attraktive Preise vergeben werden. Vielen Dank noch einmal an die genannten Sponsoren!